Phenomden knackte den musikalischen Jackpot

Der Zürcher Reggae-Sänger Phenomden begeisterte am Freitagabend eine bis auf den letzten Platz ausverkaufte Kammgarn. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Michael Kessler/ SN

«Ich habe mich krass auf heute gefreut», sagte Besucher Lucas, der für der Künstler Phenomden extra von Luzern aus angereist war. Er war einer von knapp 800 Gästen in der restlos ausverkauften Kammgarn. Phenomden steht seit über 20 Jahren auf der Bühne und ist eine feste Grösse in der Schweizer Reggaeszene. Unzählige Male war er schon in Schaffhausen und hat in der Munotstadt eine grosse Fangemeinde. Kein Wunder also waren am Freitagabend viele bekannte Gesichter aus der halben Schaffhauser Kulturszene gekommen, um den 45-Jährigen anzufeuern. Als Phenomden die Bühne betrat, wurde er sodann auch gefeiert, als würde ein Fussballstar ein Heimspiel geben. Euphorische Zurufe und lauter Jubel erklang. Schon beim ersten Song von ihm und der Basler Band «The Scrucialists» wurde getanzt und mitgesungen. Der Bär steppt nicht nur, sondern er sprang in der Kammgarn einen Reggae-Salto nach dem anderen. Dennis Furrer, wie Phenomden mit bürgerlichem Namen heisst, war mit seinem neuen Album «Casino True Love” angereist. Er vergleicht in seinen neuen Songs die Suche nach der wahren Liebe mit dem Glücksspiel im Casino. Die traurige Geschichte dahinter ist, dass Phenomden mittlerweile alleinerziehender Vater ist und auf dem Album auch seine Trennung verarbeitet. Die Musik gibt ihm Kraft und am Freitagabend sah man ihm an, dass er mit seiner Casino-Tournee auch in Schaffhausen den musikalischen Jackpot geknackt hatte. Er feuerte einen Hit nach dem anderen in die Menge. «Schaffhausen, ich will eure verdammten Hände sehen», fluchte er mit breitem Grinsen durchs Mikrophon. Phenomden hat eine unglaubliche Energie und Leichtigkeit, die sehr ansteckend ist. Seine warmen jamaikanischen Klänge vertrieben die winterliche Kälte und liessen die Sonne von Kingston Town in den Herzen der Gäste strahlen. Egal ob «Dance im Olivenhain», «Eiland» oder «Franco Nero», das breite Zürcher «R» rollte dominant und vermischte sich mit den harmonischen Offbeat-Klängen zu einem Mix, als hätte Bob Marley ein Poesiealbum geschrieben und es nicht nur vertont, sondern auch gleich auf Schweizerdeutsch übersetzt. Nicht jedes Lied war ein Knaller. Ein paar neue Songs, die Phenomden mit der Kopfstimme sang, wirkten ein wenig schrill und ungewohnt. Doch die Vielzahl an Hits und Klassikern machte das mehr als nur wett. Die Besucherinnen und Besucher sangen so kräftig mit, dass Phenomden meinte: «Wahnsinn, ihr könnt das ja besser als ich!». Der Sänger genoss sichtlich den Auftritt. Er tanzte und feierte auf der Bühne und liess nach einer ultralauten Klatsch-Orgie sich nicht lange bitten, eine Zugabe zu geben. Nachdem im Kammgarn-Casino das Roulette-Rad zu Ende gedreht hatte, lud das Soundsystem «Real Rock» zu einer ausgiebigen Jamaika-Disco bis in die tiefe Nacht hinein.

Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier. Erschienen am Montag, 24. November 2025 in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“.

Nummer-eins-Hits in der Kammgarn

Am Freitagabend trat der Singer-Songwriter Milow in der Kammgarn auf. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Julius Hatt/ SN

Ganz alleine stand sie auf der Bühne. Florence Arman war der Voract von Milow und zog die hunderte von Gästen in der Kammgarn schnell in ihren Bann. Die warme Stimme der britisch-österreichischen Sängerin war stark und melodisch. Ihre Musik klang, als hätte man einen Regenbogen, ein Einhorn und jede Menge Zuckerwatte in einen Mixer gesteckt. Ihre Leichtigkeit, ihr Humor und ihre Melancholie zeigte sich beispielsweise im Song «Brand new Shoes». Die Schuhe standen stellvertretend für einen Neuanfang. Fest geschnürt und abmarschbereit für eine neue Beziehung oder die Flucht aus dem grauen Alltag. «Schaffhausen, Make Some Noise!», forderte wenig später der Hauptact Milow, als er die Bühne betrat. Der belgische Singer-Songwriter heisst eigentlich Jonathan Vandenbroeck und besuchte im Rahmen seiner «Boy Made Out Of Stars» – Tour die Munotstadt. Milow war von Anfang an sehr sympathisch und erzählte zwischen den Liedern immer wieder kleine Anekdoten. So beispielsweise, dass er vor acht Jahren das letzte Mal in Schaffhausen war und sein Gitarrist sich beim Spaziergang Richtung Rheinfall heillos verlaufen habe. Spätestens seit dem Hit «Ayo Technology» ist Milow ein Weltstar und spielt die Hitparade rauf und runter. Seine Musik ist gemütlich und harmonisch. Ein bisschen so, als würde ein Cowboy in den Sonnenuntergag reiten. Hinter ihm liegt vielleicht ein Banküberfall oder eine Schlägerei. Und nun ist er auf seiner Heimreise bereit, ein letztes Mal den Saloon in der Kammgarn zu rocken. Milow erzählte, dass Musik für ihn immer sehr wichtig gewesen sei. «Es ist einfach wunderschön und ich freue mich sehr, diese Emotionen mit euch zu teilen.» Die Besucherinnen und Besucher waren oft als Pärchen in der Kammgarn. Sie tanzten, sangen mit und schwenkten ihre Hände im Takt in der Luft. Milow sang beim Lied «Asap» eine Hymne über die Freundschaft. Die Hauptbotschaft bestand darin, dass man sich in schwierigen Zeiten immer auf die besten Menschen an seiner Seite verlassen kann. Ein wichtiger Teil seiner Lieder nahm auch die Beziehung zu seinem sehr früh verstorbenen Vater ein. Beim Song «Family Tree» spielte er die Stimme seines Vaters ein. Nach seinem Tod hatte er eine Aufnahme eines Liedes seines Vaters gefunden, welche er mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz so aufgearbeitet hat, dass er in der Kammgarn mit ihm im Duett singen konnte. Ein sehr bewegender Moment. Später trat er sodann aufs Gaspedal. Stücke wie «You Don’t Know» oder «Howling at the Moon» sorgten für Partystimmung in der Kammgarn. «Es ist Freitagabend, es gibt keine Entschuldigung, dass ihr nicht mit mir feiert», rief er fröhlich in die Menge. Der Abend endete mit einem grossen Feuerwerk, als er den Hit «Ayo Technology» spielte. Der Cowboy steckte zum Schluss zufrieden seinen Colt ins Halfter, sattelte das Pferd und ritt unter Applaus von der Kammgarnbühne direkt in den Sonnenuntergang.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 17. Nov. 2025.

Der Kuschelkönig sorgte für Tanzstimmung

Luca Hänni brachte am Freitagabend Humor und viel gemütliche Musik in die Kammgarn. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier. Foto: Michael Kessler.

„Ich freue mich auf einen wunderschönen Abend mit euch“, begrüsste Luca Hänni das Publikum am Freitagabend. Viele Familien mit Kindern, Gruppen von Teenagerinnen, Liebespaare und ein bunter Altersmix hatte sich im Kulturtempel an der Baumgartenstrasse eingefunden, um den quirligen Berner zu sehen, zu hören und zu erleben. Spätestens seit seinem Sieg 2012 in der Castingshow „Deutschland sucht den Superstart“ oder 2023 bei „The Masked Singer Deutschland“ kennt jeder Popmusikfan den 31-Jährigen. In der Munotstadt machte er Halt mit seiner neuen „Love Me Better“ – Tour und sorgte für viel Jubel und Energie in der Kammgarn. Die Gäste zückten die Handys, sangen mit und sprangen zu seinen Hits wie „She Got Me“ im Viervierteltakt. Ein Vater hatte sein kleines Mädchen mit pinken Ohrenschützern auf die Schulter genommen und tanzte mit ihr das ganze Konzert durch. Eine Gruppe von Teeanagerinnen johlte und kreischte immer wieder, bis Luca Hänni bei einem Song zu ihnen von der Bühne herabstieg und mit ihnen Salsa tanzte. Zwischendurch stimmte er die 90er-Jahre-Hits „Baby One More Time“ von Britney Spears oder „Everybody“ von den Backstreet Boys an, um die Besucherinnen und Besucher anzuheizen. Die Stimmung war gut, obwohl der Saal nicht proppenvoll war. „Heute sind wir eine kuschelige Runde“, scherzte Luca Hänni und wollte wissen: „Gibt es Leute, die zum 1. Mal an einem Luca Hänni – Konzert sind?“. Als sich einige meldeten, spielte er den überraschten und meinte: „Das ist, weil wir viel zu selten hier sind. Das müssen wir ändern.“ Luca Hänni baute immer wieder eine Prise Humor ein, wenn er sich an seine Fans wandte. So versuchte der Berner, das Schaffhauser „R“ zu imitieren oder holte zwei Mädchen auf die Bühne, welche wegen Halloween im Katzenkostüm gekommen waren. „Den nächsten Song widme ich den zwei süssesten Schaffhauser Katzen.“ Luca Hänni hatte auch viele ruhige und romantische Lieder in seinem Rucksack dabei. Der Kuschelkönig umgarnte das Publikum gekonnt, legte sanft eine warme Decke über die Kammgarn und liess es im musikalischen Kamin knistern. Bei einigen Songs installierte er sich mit Gitarre und Barhocker auf der Bühne. Später wechselten einige seiner vierköpfigen Band die Instrumente. Der Schlagzeuger ging ans Keyboard und der Keyboarder spielte mit dem Cello. Der ruhige Teil der Show dauerte vielleicht eine Spur zu lange, was auch Luca Hänni feststellte und meinte: „Nachher können wir dann schon wieder ein wenig tänzeln!“ Nachdem im ersten Teil seines Auftritts die englischen Lieder dominierten, wechselte er auf Hochdeutsch und trat wieder aufs Gaspedal. Die Fans liessen sich gerne mitreissen, feierte mit und schwangen nochmals ausgiebig das Tanzbein. Der Abend war keine Partyexplosion, aber eine energiegeladene Show mit viel Gefühl und Herzblut. Nach zwei Zugaben nahm sich Luca Hänni ausgiebig Zeit, um am Merchandising – Stand Autogramme zu geben und um Selfies mit seinen Fans zu machen. Er sorgte damit für viele glückliche Teenager-Gesichter. Unter ihnen zwei überglückliche kleine Kätzchen.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 3. November 2025.

Eine Milliardärin auf Rachefeldzug

Dürrenmatts Klassiker «Besuch der alten Dame» zeigte am Dienstagabend nicht nur Abgründe einer Liebesbeziehung, sondern auch der Gesellschaft. Eine Theaterkritik von Luc Hardmeier.

Bild: Alfred Ill ahnt noch nicht, was kommen wird… (Foto: Selwyn Hoffmann, Bericht: Luc Hardmeier)

«Ich biete eine Milliarde dafür, wenn ihr den beliebtesten Mann des Städtchens tötet!» Die Forderung von Claire Zachanassian an die Bewohnerinnen und Bewohner des heruntergekommenen Ortes mit dem tristen Namen «Güllen» war klar und deutlich. Alfred Ill hatte sie in den Jugendjahren schwanger sitzen gelassen und vor Gericht Zeugen bestochen, um die Vaterschaft zu leugnen. Die Betrogene musste mit Schimpf und Schande Güllen verlassen, wurde zu einer Prostituierten und verlor ihr Kind. Nach 45 Jahren kehrte die alte Dame zurück. Mittlerweile als Milliardärin fordert sie grausame Gerechtigkeit für ihr erlittenes Unrecht.  Das Stück wurde 1956 uraufgeführt und in der damaligen Literaturepoche der Nachkriegszeit war die Schuldfrage ein zentrales Thema. Die Gäste im Stadttheater waren deshalb mit der Frage konfrontiert, wer eigentlich das Opfer in der Geschichte sei. Ist es Alfred Ill, auf den ein Kopfgeld für ein fieses, aber längst verjährtes Verbrechen ausgesetzt war oder ist es Claire Zachanassian, deren Leben und Psyche durch den Verrat ihres einstigen Geliebten für immer geschädigt wurden? Dürrenmatt hat das Stück als Gleichnis, eine sogenannte literarische Parabel konzipiert. Claire und Ill stehen für alle Europäer nach dem 2. Weltkrieg, die Opfer von Hitler wurden, aber teilweise auch als Mitläufer oder begeisterte Unterstützer mitmachten. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Wer ist Schuld, dass Hitler so weit gehen konnte? Das zerrüttete Güllen steht für das zerstörte Europa nach dem Krieg. Man will vergessen, man will konsumieren. Die Moral vieler Politiker und deren Umgang mit Geld ist für Dürrenmatt mit «Gülle» zu vergleichen. Das Münchner «Ensemble Persona» hat das Stück zusammen mit dem Stadttheater sehr klassische inszeniert. Fast 1:1 wurde die Buchhandlung wiedergegeben. Es gab keine Modernisierung wie etwa in der Verfilmung von 2008, als die alte Dame mit dem Helikopter anstatt mit dem Zug in Güllen ankommt. Ein Höhepunkt der Inszenierung war sicherlich die Gemeindeversammlung über die Verurteilung von Ill zum Tode. Plötzlich sassen die Schauspielerinnen und Schauspieler inmitten des Stadttheater-Publikums. Die Verurteilung wurde nur von ihren wenigen Händen gutgeheissen. Trotzdem sprach die Gemeindepräsidentin von einem einstimmigen Mehrheitsentscheid. Jeder konnte sehen, dass es falsch war. Die groteske Situation hätte Dürrenmatt als Fan des Verfremdungseffekts sicherlich gut gefallen. Denn sie zeigte gnadenlos auf, wie moralisch falsch die Güllener handeln. Die alte Dame will keine Gerechtigkeit, sie will gnadenlose Rache und Ills Tod. Die Schuldfrage, die Gerechtigkeit, Geld und Moral sind Themen, die angesichts der der heutigen Kriege und Krisen aktueller denn je sind. Die Inszenierung war mit zweieinhalb Stunden etwas lange ausgefallen, zeigte aber wunderbar die gesellschaftskritische Tiefe des Stückes auf.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Donnerstag, 25. September 2025.

Eine Überraschung jagte die nächste am Hausfest

Am traditionellen Hoffest der Kammgarn am Samstagabend war dieses Jahr alles anders. Es gab keinen Hof, keine Bands und jede Menge Spezialeffekte. Von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Gloria Müller/ Schaffhauser Nachrichten

«Grundsätzlich ist unser Hausfest aus der Not entstanden», erklärte Pascal Bührer von der Kammgarn. «Weil wir ja bekanntlich wegen der riesigen Baustelle vor dem Haus keinen Hof mehr haben, suchten wir nach Alternativen.» Die Idee mit einem Abend mit Livebands im Mosergarten wurde schnell verworfen, da der Aufwand für «nur» einen Abend enorm gewesen wäre. «Die Baustelle hat uns immer wieder zur Kreativität gezwungen», so Bührer. «Plötzlich hatten wir eine kleinere Terrasse oder keinen Platz mehr. Jetzt einfach den Kopf in den Sand zu stecken und dem «verlorenen» Hof nachzutrauern, ist nicht unsere Art.» Das Team besann sich darauf, dass ja mit der Kammgarn ein Haus mit diversen Räumen zur Verfügung steht. Und so kam der zündende Gedanke: «Wir machen ein Hausfest. Und zwar eines, bei welchem wirklich das ganze Haus involviert ist», erklärte Pascal Bührer. Auf fünf Floors spielten sodann 12 verschiedene DJs. In der Werkstatt von Hausi Naef war die Zäpfli-Bar eingerichtet, wo man inmitten seiner Werkzeuge, alten Fotos und viele Kabeln in bunten Kisten einen kühlen Gerstensaft geniessen konnte. In einem der Backstage-Räume fand sich ein Tattoo-Studio, das für bleibende Erinnerungen an den Anlass sorgte. Der Mainfloor in der Haupthalle mit dem Knight Rider – Soundsystem und den Floorfillers war nur über den Seiteneingang erreichbar. Die Haupttüre blieb zu. In der Kammgarnbeiz war ein Techno-Elektro-Floor installiert und auch die Terrasse wurde zur musikalischen Karibikbar umfunktioniert. Das Spezielle am Hausfest war, dass man die Kammgarn so entdecken konnte, wie man sie noch nie gesehen hatte. Neben vielen dekorierten Räumen jagte eine Überraschung die nächste. Plötzlich wurde in einem Nebenraum eine Karaokebar eröffnet, aus welcher schon bald aus einer Vielzahl von Kehlen «Yellow Submarine» von den Beatles und weitere Klassiker zu hören waren. Um Mitternacht wurde ein weiterer Hidden Floor im Getränkelager eröffnet, in welchem man zu Schlagermusik feiern konnte. Türen, die anfangs verschlossen waren, wurden plötzlich geöffnet und gaben ihre Geheimnisse preis. «Ich finde das echt spannend, wie ich die Kammgarn heute erlebe», meinte ein Gast, der schon seit Jahren das Ausgangslokal besucht. Das Hausfest war dieses Jahr eher ein Partyabend für ein jüngeres Publikum, anstatt wie früher ein Kulturabend mit Bands, Sitzgelegenheiten und Familienprogramm. Einige der Besucherinnen und Besucher vermissten die Foodstände für ein geselliges Abendessen und die vielen Livebands mit der einzigartigen Stimmung im Hof. Doch die erfrischenden Überraschungen am Hausfest entschädigten die meisten. Und alle anderen kann Pascal Bührer beruhigen: «Sobald wir wieder einen Hof haben, wollen wir natürlich dort wieder mit Bands und Co feiern.»

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 1. September 2025.

Hecht surfte inmitten der Menge auf der Partywelle

Am Samstagabend brachte die Luzerne Band Hecht den Herrenacker zum Kochen. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Melanie Duchene, SN.

Das Konzert begann gleich mit einer Partyexplosion. Ein riesiger weisser Vorhang hatte die Bühne verdeckt und wurde mit einem Knall fallengelassen. Dahinter feierten bereits die fünf Musiker von Hecht und sprangen begeistert im Takt den Gästen entgegen. Aus mehreren Kanonen wurden weisse Konfetti geschossen. So dass es auf dem Herrenacker für kurze Zeit zu schneien begann. Das Publikum war aufgeheizt von Nemo und liess sich nicht lange bitten. Es wurde mitgesungen und mitgesprungen. «Baby, lah di la gheie», sangen unzählige Kehlen auf dem rappelvollen Festival inmitten der wunderschönen Altstadt-Kulisse. Die Band wurde ursprünglich in Luzern um das Jahr 2000 gegründet und stand nach 2016, 2018 und 2022 nun das vierte Mal in Schaffhausen auf der Bühne. «Wir haben uns so gefreut auf euch und auf die Szenerie mit den beleuchteten Häusern», sagte Sänger Stefan Buck und fragte humorvoll: «Wir haben neue Songs, aber auch die alten Hits dabei. Habt ihr Zeit?» Es erklangen Partyknaller wie «Amigo», aber auch nachdenkliche Songs wie «Blau in Grau». Die fünf Musiker spielten sich nicht nur in die Herzen der Stars in Town – Besucherinnen und Besucher, sondern traten auch immer stärker aufs Party-Gaspedal. «Es ist ohne Scheiss eines von unseren Lieblingsfestivals», rief der Frontmann, bevor er auf ein Surfbrett stand und sich auf den Händen der Gäste durch die Menge tragen liess. Er sang und surfte inmitten des Publikums. Der Hexenkessel auf dem Herrenacker kannte kein Halten mehr. Die Musiker von Hecht begeisterten nicht nur mit tollen Songs und passenden Tanzeinlagen, sondern vor allem mit ihrer natürlichen Freude. Man spürte ihre Begeisterung und dass sie wirklich zu 100% Lust hatten, in der Munotstadt bis zur Geisterstunde durchzurocken. Speziell an Hecht ist auch, dass viele ihrer Lieder im Radio eher gemütlich rockig klingen, wenn sie live gespielt werden, aber ordentlich Power, Dynamik und eine Prise Rock’n’Roll beinhalten. «Mon Amour» oder «Auerbach» waren zwei Paradebeispiele dafür. Als wäre das noch nicht genug, hatte die Combo zusätzlich noch viele Überraschungen im Gepäck. Mal spielten sie im weissen Federnkostüm, mal dirigierte Stefan Buck einen Partykreisel inmitten des Herrenackers oder kniete mit allen in die Hocke und sprang gemeinsam beim Refrain in die Luft. Plötzlich spielte Hecht auf einer kleinen Bühne inmitten des Publikums. Die Gäste forderten Zugabe um Zugabe bis schlussendlich die zwei Megahits «Kawasaki» und «Charlotta» die Stimmungsrakete nochmals Vollgas ins Weltall beförderten. «Schaffhausen, wir merken, ihr wollt noch gar nicht heimgehen. Sehen wir uns bald wieder?», wollte Stefan Buck wissen und ein begeistertes «Jaaa!» stürmte ihm entgegen. Aus mehreren Kanonen wurden rote Blätter ins Herzform ins Publikum geschleudert und beim Abschlusssong sprangen riesige bunte Ballone durch die Luft. «Es war unvergesslich mit euch!», freute sich die Band und verabschiedete sich von einem durch und durch begeisterten Publikum.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 4. August 2025.

Eine Reise vom Sofa-Dub zum Reggae-Vulkan

Am Mittwochabend sorgte der Reggaekünstler Alborosie für jamaikanische Sonnenstrahlen im verregneten Schaffhausen. Eine Konzertkritik von Luc Hardmeier.

Foto: Alborosie in der Kammgarn. Bericht: Luc Hardmeier. Foto: Michael Kessler.

Es war zunächst ein nasser und kalter Abend in Schaffhausen, der aber schon bald eine unerwartete Wendung nahm. Am Mittwochabend machte der gebürtige Sizilianer Alberto D’Ascola einen Tourstopp in der Kammgarn. Unter dem Künstlernamen Alborosie hat er sein neustes Album «Destiny» im Gepäck dabei. Mit verspiegelter Sonnenbrille und unendlich langen Rastas betrat er die Bühne und wurde von seiner sechsköpfigen Band «Shengen Clan» dabei unterstützt. Vor gut 250 Gästen startete er mit gemütlichem Dub, Reggae und Rocksteady. Es war fast ein bisschen, als hätte man sich auf ein Sofa am Sonntagabend zum Chillen hingesetzt und würde allen Stress und alle Sorgen hinter sich lassen. Alborosie schaffte es gekonnt, den Sofa-Dub im Verlaufe des Abends in einen heiss zischenden Reggae-Vulkan umzuwandeln. Die Musik steigerte ihr Tempo und mischte sich mit Dancehall und weiteren Elementen. Seine anfangs sanfte Stimme wurde rauer und lauter. Den Party-Zeigefinger erhob er inflationär vor dem Publikum und liess sie nicht nur mitsingen, sondern animierte sie auch zum Tanz im brodelnden Hexenkessel. «Do you want more Reggaemusic?», wollte er wissen und das Publikum feierte ihn dafür. Natürlich durften seine Hits wie «Kingston Town» und «Herbalist» nicht fehlen, welche er überraschend früh zum Besten gab. Die verregnete Munotstadt wurde mit den warmen Sonnenstrahlen Jamaikas geflutet und verwandelte sich für einige Stunden in eine karibische Insel mit Sandstrand, Meeresrauschen und Palmen, welche im Offbeattakt mitwippten. Geschickte mischte Alborosie seine Songs mit bekannten Coverliedern auf. So erklang beispielsweise eine eigene Version von «Here Comes The Hotstepper» oder «Murder She Wrote». Alborosie erzählte kaum etwas zu den Songs, sondern reihte einen Knaller an den nächsten. Schön war zu sehen, dass im 2. Teil der Show auch die Backgroundsängerinnen zentrale Bühnenpräsenz bekamen und den Frontmann für einen Moment ablösten. Alborosie trat sodann respektvoll an den Bühnenrand und später unterstützte er sie, indem er seine langen Rastas wie ein Lasso im Takt mitschwang und das Publikum damit zum Mitfeiern animierte. Die Bühne war meist in rote und gelbe Farben getüncht, was zusätzlich zum karibischen Feeling beitrug. Der Auftritt war mitreissend und energievoll. Etwas überraschend verschwand Alborosie jedoch schon nach nur knapp einer Stunde Show von der Bühne. Er liess sich jedoch nochmals für ein paar Songs als Zugabe aus dem Backstage locken. Diesmal sogar ohne Sonnenbrille. Wer nach dem Konzert noch nicht müde war, durfte im Anschluss bei den Partyvibes von Real Rock Sound noch kräftig das Tanzbein schwingen.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 6. Juni 2025.

Wenn Freunde zu Feinden werden

In Molières Stück «Menschenfeind» ging es um die Frage, ob es immer klug ist, die Wahrheit zu sagen. Eine Theaterkritik von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Tanja Dorendorf.

«Ich hasse alle Menschen!», mit diesem und ähnlichen Zitaten machte der Protagonist Alceste schnell klar, dass er vordergründig wenig Freude am Leben hat. Am Freitagabend lud das Theater Kanton Zürich in Feuerthalen zur Komödie von Molière ein. Es hätte eigentlich ein perfekter Sommerabend mit einem Freilichtspiel auf dem Stumpenboden werden sollen. Doch die Kälte und Regengefahr zwangen die Schauspieler in die sichere Turnhalle. Diese war jedoch gut besucht und die Gäste durften sich zunächst vom Frauenverein Feuerthalen bewirten lassen. Nach einer kurzen Begrüssung durch Gemeinderat Holger Gurtner startete sodann das zweistündige Schauspiel. Die schlechte Laune des Antihelden Alceste sorgte zunächst für einige Lacher. Er wollte keine Freunde haben und verfluchte sogar potentielle Weggefährten, die ihm die Hand reichen wollten. Besonders hart traf es dabei den mässig talentierten Poeten Oronte. Er trug Alceste ein Sonett vor, welches dieser mit Verachtung strafte. «Am besten verstecken Sie dieses Sonett unter dem Bett. In einem Koffer», so Alcestes vernichtender Kommentar. Er ging sogar noch weiter und warf Oronte vor, dieser könne nicht dichten. Oronte zog darauf als beleidigte Leberwurst vor Gericht und die mögliche Freundschaft endete in einer Feindschaft, welche sich auch noch auf einer anderen Ebene zeigte. Beide hatten ein Auge auf die Wittwe Célimène geworfen. Diese feierte wilde Feste und umgab sich stets mit einer Gruppe von Menschen, die sie bewunderten, anhimmelten und sich von ihr unterhalten liessen. Es stellte sich heraus, dass Alceste doch nicht alle Menschen hasste, sondern eine glühende Liebe für Célimène entfachen konnte. Auch wenn sein Verhalten voller Widersprüche war. Hier zeigte sich die Stärke von Molières Stück. Alceste war nicht einfach ein plumper Nörgler, sondern ein verletzlicher Idealist, der eigentlich die wahre Liebe suchte. Célimène war nicht nur kokett, sondern auch scharfsinnig und selbstbestimmt. Die Figuren im Stück waren nicht einfach stereotypisch, sondern trugen innere Widersprüche in sich, welche dem Stück eine gewisse Tiefe gaben. Auch die Zeitlosigkeit des Theaters aus dem Jahre 1666 stach hervor. Alceste weigerte sich, gesellschaftliche Konventionen und höfische Heuchelei zu akzeptieren. Er liess sich nicht blenden und sprach unbequeme Wahrheiten aus. Unter der Regie von Elias Perrig stellte das Stück Molières zentrale Frage in aller Deutlichkeit: Wie viel Wahrheit verträgt der Mensch und die Gesellschaft? Dieser gesellschaftliche Klimmzug in der Turnhalle Feuerthalen war gelungen und klagte ganz offensichtlich auch heutige Politiker oder die Medienwelt an. Diese Botschaft war gut verpackt in wilden Tänzen, intelligenten Dialogen und kreativen Kostümen des Theaters Kanton Zürich. Natürlich war nicht alles perfekt. Einige Dialoge waren etwas langatmig gestaltet und auf der Bühne hätte ein Schuss mehr Action durchaus Platz gehabt. Doch insgesamt war dies ein sehr gelungener Theaterabend. Alceste vermasselt sich zwar ein Happy End mit Célimène, weil sie sich nicht mit ihm aus der Gesellschaft zurückziehen wollte, um auf dem Land zu leben. Doch er liess sich dadurch nicht beirren. Es schien fast so, als käme ihm dieses Scheitern gerade recht, um noch gnadenloser die Gesellschaft kritisieren zu können.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 26. Mai 2025.

Die Backgroundsängerin stahl allen die Show

Drei Solokünstler und zwei Bands entzündeten am Freitagabend ein jamaikanisches Feuerwerk in der Kammgarn. Ein Konzertbericht von Hermann-Luc Hardmeier.

Bild: Zhayna stahl allen die Show. Foto: Roberta Fele. Bericht: Hermann-Luc Hardmeier.

Am Freitagabend wurde an der Baumgartenstrasse ein ausgiebiger Ausflug an die Strände Jamaikas unternommen. Gleich drei Solokünstler von der Karibikinsel waren angereist, um zusammen mit der «Free People Band» einen Partyabend der Sonderklasse zu zelebrieren. Als Vorband heizten «The Ammonites» aus Schaffhausen ein. «Jetzt kommt die Königin», kündigte anschliessend ein Bandmitglied die Künstlerin Zhayna an. Die junge Sängerin stand bereits mit internationalen Topacts wie Shaggy oder Koffee und Chronixx auf der Bühne. Allerdings lieferte sie damals «nur» die Vocals und amtete als Backgroundsängerin. Erst 2020 startete sie ihre Solokarriere. Am Freitagabend überzeugte sie das Publikum durch ihre Energie und ihre Dynamik. Sie spielte Songs in einer Mischung aus Reggae, Dancehall aber auch R&B, Jazz und eine kräftige Portion Soul. Es war nicht nur emotional berührend, sondern sie riss die Gäste auch gekonnt mit. «Seid ihr bereit, mit mir auf eine Reise zu gehen?», wollte sie wissen und erntete dafür laute Zustimmungsrufe. Sie brachte dem Publikum Tanzschritte bei und begeisterte mit Songs wie «Runaway» oder «Love the Way». Würde man am Strand in Montego Bay sitzen und gemütlich einen Cocktail schlürfen, wäre das der perfekte Soundtrack, um die Palmen, den warmen Sand und die Wellen Jamaikas geniessen zu können. Das Talent mit der schönen Stimme begeisterte alle. Nach kurzer Pause folgte der Künstler Jah Mason. Sein Album «Princess Gone… The Saga Bed» machte ihn zu einem Star der Reggae-Szene. In der Kammgarn brachte er Power, Geschwindigkeit und Dancehall auf die Bühne. Zudem wurde schnell klar, dass der Sänger mit der Sonnenbrille und dem Rasta-Turban ein guter Entertainer war. Für Schmunzeln sorgte er beispielsweise, als er einen ausgiebigen Werbespot für jamaikanische Rauchwaren machte und alle Gäste auf seine Ganja-Farm nach Jamaika einlud. Nach diesem tropischen Sturm war die Zeit für den Hauptact gekommen. Lutan Fyah stürmte mit seinem weissen Anzug und seinem weissen Bart die Bühne wie ein Raubtier auf seine Beute. Kaum zu glauben, welche wilden Tanzschritte der 49-Jährige zum Besten gab. Immer wieder sprang er auch auf den Lautsprecher vor der Tribüne und entzündete von dort aus ein Reggae-Feuerwerk. Pullover wurden in der Luft wie Helikopter-Rotoren geschwenkt und kein Fuss war zu sehen, der nicht im Offbeat-Takt fröhliche Verrenkungen vollzog. Beim Hit «Bossmann» schien die Kammgarn wie eine Rakete in den Himmel zu starten. Doch trotz der guten Performance waren viele Gesichter auf Zhayna gerichtet. Sie stand noch einmal als Backgroundsängerin neben Lutan Fyah. Zuvor auch bei Jah Mason. Für viele Anwesende war nach ihrem bombastischen Solo-Aufritt jedoch klar, dass an diesem Abend für einmal nicht der Hauptact, sondern ganz klar die Backgroundsängerin der Star des Abends war.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 24. März 2025.

Eine Badewanne voll kochendem Rock’n’Roll

Am vergangenen Samstagabend verwandelte sich das TapTab mit der Band «The Peacocks» in einen brodelnden Hexenkessel des Rock ’n‘ Rolls. Ein Konzertbericht von Hermann-Luc Hardmeier.

Foto: Gloria Müller, Bericht: Hermann-Luc Hardmeier.

«Mein Herz fängt jedes Mal Feuer, wenn ich diese drei Rabauken auf der Bühne sehe», sagte ein Gast kurz vor Konzertbeginn im TapTab. Die Band «The Peacocks» ist ein Partygarant der Sonderklasse in der Munotstadt. Wenn sie auftreten, reissen sich die Gäste um die Tickets. Das TapTab war an diesem Abend sodann auch restlos ausverkauft. Mit ihren 10 Studio Alben und ihren Auftritten von Japan, Granada, über die Ukraine bis nach Irland hat die Formation jede Menge Erfahrung im Gepäck und macht seit ihrem ersten Konzert 1990 die nationalen und internationalen Bühnen unsicher. Sie wurden zwar in Zürich gegründet, gelten aber emotional als Schaffhauser Urgesteine. Am Samstagabend liessen sie zunächst den Vortritt der Vorband «The Stone Popsicles». Die fünf lokalen Musiker spielten einen Soundtrack aus dreckigen Gitarrenriffs und donnernden Beats und rissen von Beginn weg das Publikum aus der Komfortzone. Das war keine sanfte Einleitung, sondern eher ein Katapult, das direkt ins Epizentrum der Tanzgelenke traf. Die Gäste tanzten Pogo, schwenkten ihre Getränke und verwandelten das TapTab in einen ausbrechenden Vulkan. Kein Fuss blieb stehen, kein Ellbogen angewinkelt und keine Kehle ungenutzt. War das Stoner-Punk, Psych-Metal oder doch eher eine Abrissbirne, welche ein Hochhaus dem Erdboden gleichmachte? Zwischendurch sprang ein komplett nackter Gast auf die Bühne, was durchaus zum Exzess des Abends passte.

Jeder Song steigerte die Partystimmung

Während die Gäste kurz durchschnauften, brodelte es im Backstage-Bereich bereits. «The Peacocks» stürmten sodann als Hauptact die Bühne und liessen die Wände des TapTabs erzittern. Mit ihrem unverkennbaren Mix aus Punk, Rockabilly und Psychobilly wirbelten sie über die Bühne wie ein entfesselter Tornado, der das Adrenalin zum Kochen brachte. Der Auftritt von «The Peacocks» wirkte, als hätte jemand eine Badewanne voller kochendem Rock ’n‘ Roll umgekippt – brühend heiss, schäumend und unaufhaltsam. Das Trio spielte Songs von ihrem aktuellen Album «And Now What?» aber griff auch gerne in die Nostalgie-Kiste. Sie gaben ihre «Klassiker» zum Besten, die den TapTab-Gästen natürlich geläufig waren und voller Inbrunst mitgesungen wurden. Bei jedem Song schien sich die Partystimmung der Gäste noch zu steigern. Vom lauen Lüftchen zu Beginn zum Punkrock-Orkan in der Mitte und zum Abschluss eine von wilden Rockabilly-Wellen gepeitschte Achterbahnfahrt. «Ihr seid Helden!», schrie ein begeisterter Zuschauer mit tiefer Stimme. Die drei Musiker waren kaum zu bändigen. Drei wilde Bären, die sich mit scharfen Krallen und fletschenden Zähnen auf ihre Beute stürzten. Laut, ungestüm und unaufhaltsam. Der Abend im TapTab war ein musikalischer Rausch, der das Publikum mitriss und bewies, dass Rock ’n‘ Roll alles andere als tot ist.

Von Hermann-Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 17. März 2025.