Spagat zwischen Opernsänger und Vulkanausbruch

In der ausverkauften Kammgarn sorgte Singer-Songwriter Faber am Freitag über zwei Stunden lang für ein Highlight nach dem anderen. Eine Konzertkritik von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Selwyn Hoffmann/ SN

«Das wird bombastisch!», freute sich eine Besucherin, die in der langen Schlange vor der Kammgarn stand. Der Besucherandrang am Freitagabend war riesig und staute sich bis auf die Baumgartenstrasse. In der proppenvollen und ausverkauften Kammgarn freuten sich 750 Besucherinnen und Besucher auf den Zürcher Singer-Songwriter. «Wir spielen heute alles, was wir haben, egal ob es 17 Jahre oder 17 Tage alt ist», heizte Julian Pollina, wie Faber mit bürgerlichem Namen heisst, die Menge an. Mit seiner achtköpfigen Band hatte er eine kräftige Unterstützung am Start. Mit Violinen, Kontrabass, Perkussion, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard und mehrfachem Backgroundgesang legte er den Teppich, auf dem kräftig getanzt und gefeiert wurde. Von Anfang an stand auf der Bühne ein Mix aus Vulkanausbruch im Blazer und Opernsänger, der sich einen wilden Drogencocktail eingeworfen zu haben schien. War man nun an einem klassischen Konzert gelandet, an einem Rockopenair voller Exzesse oder einem gemütlichen Chanson- und Balladenabend? Faber vereinte alles zugleich. Er war romantisch aber nicht harmlos, politisch aber nicht belehrend, Pop aber nicht Mainstream, Indierock aber ungezähmt wie ein wildes Tier. Sein Künstlername Faber heisst auf Latein so viel wie der Handwerker. Vielleicht sieht er sich als jemand, der seine Songs formt, baut und schleift und an ihnen arbeitet. Oder er bezieht sich auf Max Frischs Romanheld Homo Faber, ein durch und durch technisch denkender Mensch. Dies würde auch inhaltlich zu seinen Texten passen: Oft geht es darin um Menschen, die Emotionen zunächst unterdrücken, danach aber von ihnen überrollt werden.

Es ertönten Lieder wie «Sag mir, wie du heisst» oder «Das Leben sei nur eine Zahl», bei welchen der ganze Saal in Kuschelstimmung zu verfallen schien. Faber hatte aber auch vulgäre Sprache im Gepäck, als er beispielsweise bei «Temptation Island» sang «Lass auf alles scheissen…» und sich wünschte, lieber mit seiner Dame den ganzen Tag im Bett zu bleiben. Faber stampfte zum Schluss kräftig aufs Gaspedal mit «Alles Gute», «Berlin, Berlin, Berlin» und seinem Hit «Vivaldi». Die Partytemperatur stieg bis zum Siedepunkt und das Publikum sang so laut mit, dass man den Künstler kaum noch hören konnte. Ein starker Auftritt mit dem krönenden Abschluss, als bei der Zugabe 100% unplugged sein berühmter Vater und Musiker Pippo Pollina auf die Bühne kam und sie zusammen für die Kammgarn ein Abschiedslied anstimmten.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 9. Februar 2026.

Zeichnungstalente im Wettlauf mit der Stoppuhr

Beim Comic-Battle am Freitagabend in der Kammgarn Schaffhausen entstanden kleine Kunstwerke unter enormen Zeitdruck. Ein Bericht von Luc Hardmeier.

Bildlegende: Nach dem Zeichnungsduell (hier zum Begriff Sägeblatt) wurde mit roten und blauen Karten abgestimmt. (Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Melanie Duchene)

«Ich musste einige Teilnehmerinnen zu ihrem Glück zwingen», lachte Moderatorin Kooni. Kurz vor Beginn des Main-Battles sprach sie viele Damen im Publikum an, um das Mann-Frau-Verhältnis auf der Bühne ins Lot zu bringen. Die Künstlerinnen und Künstler traten jeweils zu zweit gegeneinander an. Die Glücksfee zog einen Begriff wie Sägeblatt, Tennisarm oder Elefant im Porzellanladen, danach konnte das Publikum den Entstehungsprozess der zwei Zeichnungen auf der Leinwand mitverfolgen. Bei «Sägeblatt» malte ein Kandidat beispielsweise eine Säge mit Gesicht und ein Baum mit Blättern, während sein Konkurrent ein Herz zeichnete, das von einem zackigen Werkzeug grausam zerteilt wurde. Nach dem Ablauf der Zeit von 3.30 Minuten mussten die Stifte weggelegt werden und die Gäste bewerteten mit einer roten oder blauen Karte, wer eine Runde weiter kam. Mitmachen durfte jede und jeder. Es waren Witz, Originalität, Improvisation und natürlich Nerven aus Stahl gefragt. «Ich hatte null Angst, mich zu blamieren», sagte Zeichnerin Madeleine Innocenti. «Es hat einfach Spass gemacht.» Ihre Schwester Angelika Shaba Dreher wurde zuerst selbst überredet, und überzeugte sodann Madeleine. «Ich hatte einen totalen Blackout auf der Bühne. Das Publikum war aber so wertschätzend, dass dies gar keine Rolle spielte.» Ihre schwierige Aufgabe war es, den Begriff «blau» darzustellen und sie wählte einen Blauwal, während am Konkurrenztisch ein betrunkener Herr gezeichnet wurde. «Für mich ist der Anlass wie die Steigerung des Gesellschaftsspiels Activity. Der Adrenalinkick vor dem grossen Publikum ist genial.» Der Zeitdruck machte Adrian Gadient etwas zu schaffen: «Ich war extrem aufgeregt auf der Bühne. Ich bin ein kreativer, etwas schräger Vogel, der aber unglaublich Spass hat, wenn ein Stichwort kommt, bei dem er sein Talent zeigen kann.» Der Hochbauzeichner schätzt am Anlass die «Narrenfreiheit» bei den Zeichnungen und die Abwechslung zu seinem Arbeitsalltag im Architekturbüro, bei welchem Humor beim Zeichnen selten gefragt ist. Moderatorin und Künstlerin Kooni veranstaltet den Anlass bereits zum 5. Mal. «Ich habe das Comic-Battle nicht erfunden, aber im Studium selber einmal an einem solchen Anlass teilgenommen und wollte es unbedingt nach Schaffhausen bringen.» Im Rahmen der Kulturtage hat sie dies sodann auch umgesetzt. «Ich glaube, bei diesem Anlass geht niemand enttäuscht nach Hause.» Während beim U-14-Wettkampf Fynn gewann, durfte beim Main-Battle Maty alias Matas Skudra den Pokal in Form eines riesigen Bleistifts nach Haus tragen. «Der Sieg spielt mir keine Rolle. Mit all diesen Leuten einen kreativen Wettbewerb zu erleben, war umwerfend und mega toll.» Da er aus Irland kommt und erst seit drei Jahren in der Schweiz lebt, mussten die Begriffe jeweils auf Englisch für ihn übersetzt werden. Noch schwieriger war es bei Teilnehmerin Clemi. Sie sprach ausschliesslich Französisch. Den Begriff «Rutschgefahr» konnte Kooni nur mit Hilfe des Publikums übersetzen. «Glissé? Glissant? Risque de Glisser?» Die Suche nach dem passenden Wort sorgte für viele Lacher. Als Clemi sodann eine Frau zeichnete, welche auf den Boden nach einem Sturz prallte, war man sicher: Die Übersetzung war gelungen. Der Abend endete mit Koonis passendem Fazit: «Applaus für jede und jeden, der sich auf die Bühne getraut hat!»

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 9. Februar 2026.

Poetryslam: Der Sprache den rosa Teppich mit Stolperfalle ausgerollt

Am 6. Provinzslam in Andelfingen sorgten fünf Poetinnen und Poeten für einen gelungenen Samstagabend.

Der rosa Teppich war der heimliche Überraschungsgast des Abends. Im Kirchgemeindehaus in Andelfingen rutschte am Samstagabend jede Künstlerin und jeder Künstler fast darauf aus und zauberte damit einen Hauch von „Dinner for One“ in den gut gefüllten Saal. „Wunderbar, dass ihr alle hier seid“, freute sich auch Moderator Lukas Becker. Er ist der Nachfolger von Initiantin Rahel Fink, die ihren Wohnort für ihr Studium nach Norwegen verlegt hat. Am Samstagabend gab es für das Publikum zum zweiten Mal keinen klassischen Poetryslam zu sehen, sondern eine Poetry-Show, bei welcher jeder Wortakrobat auf der Bühne zwei Texte vortragen konnte. „Ich finde dieses Format super“, freute sich Besucherin Silvia Nägeli. „Man kann die Poetinnen und Poeten ohne Wettkampfstress hören. Zudem gefällt mir, dass der Event hier in Andelfingen stattfindet und man für die guten Texte nicht nach Zürich oder Basel reisen muss.“ Nachdem der Moderator einen Text über schräge, nachdenkliche und witzige Alltagsbeobachtungen zur Morgenroutine von Menschen vorgetragen hatte, gab es einen gesellschaftskritischen Text von Achoaq Cherif zu Singles und ihrem Datingleben. Joël Perrin warnte vor dem Spital in Affoltern und dichtete einen tiefsinnigen Text über die Palliativmedizin. «Ich bin aus Versehen Primarlehrerin geworden», verkündete sodann Gina Walter und brachte eine temporeiche und humorvolle Reportage ihres ersten Besuches an einem Fussballspiel im St. Galler Kybunpark. Den Humorknüller des Abends lieferte aber Remo Zumstein, der einen Text darüber schrieb, was alles ein «No-Go» im Alltagslebens sei. Das Spezielle daran: Die Gäste mussten jeweils laut «ja» oder «nein» rufen, wenn er eine Situation mit einem potenziellen «No-Go» beschrieb. Flip-Flops am Geschäftsanlass? Die Gäste waren sich mit «nein» einig. Babybel-Käse mit Schale essen oder das Wasser direkt aus der Mozzarella-Verpackung schlürfen? Auch hier erschallte ein lautes «Nein!». Die Ideen wurden immer absurder und immer witziger. Es endete damit, dass man sich einig war, dass ins Meer urinieren im Bereich der Legalität zu sein schien, das Urinieren auf die Steine in der Sauna von einer klaren Mehrheit im Saal aber unter lautem Gelächter abgelehnt wurde. Die Bandbreite aus witzig, tiefsinnig, kritisch, poetisch und kreativ war die Stärke des Poetryslams in Andelfingen. Die Auswahl der Slammerinnen und Slammer war absolut gelungen und abwechslungsreich. In der zweiten Runde lieferte Joël Perrin mit einem Erotikslam ein poetisches Ausrufezeichen, welches so wahrscheinlich noch nie im Kirchgemeindehaus zu hören war. Bei Florian Wintels rächte sich der Wald und die Natur in einem revolutionären Aufstand brutal an der Menschheit und Achoaq Cherif wies auf die politische Macht der Sprache hin. Sie rechnete knallhart mit der kolonialen Vergangenheit von Frankreich und Grossbritannien ab und betonte, dass Sprache nicht nur ein Windstoss, sondern ein politischer «Hurricane» sein könne. «Es hat unglaublich Spass gemacht!», freute sich Moderator Lukas Becker zum Schluss und meinte: «Wenn jedes Publikum so enthusiastisch wie ihr in Andelfingen ist, dann gibt es Poetryslam auch noch in 100 Jahren.»

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 2. Februar 2026.

Bildlegende: Das Team des Provinzslams 2026. (Foto: Luc Hardmeier)

 

Ein starkes Comeback mit Breakdance-Einlage

Nach 15 Jahren Pause sind die HipHop-Pioniere Sens Unik wieder auf Tour. In Schaffhausen feierten sie ein nostalgisches Wiedersehen. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Julius Hatt, SN

«A gauche, à droite» schrie das Publikum begeistert mit, als die Band Sens Unik zu ihrem Klassiker ansetzten. Über 500 Gäste waren am Freitagabend in die Kammgarn gekommen, um die legendären Pioniere des frankophonen Schweizer HipHops zu sehen. Vor 37 Jahren wurde die Formation in Lausanne gegründet, hat unzählige Konzerte gespielt und Hits produziert. Ihre Musik erlangte internationale Anerkennung und brachte ihnen fünf goldene Schallplatten ein. Auf ihrer Erfolgstour machten sie auch Halt in Schaffhausen. Im damaligen Tramdepot spielten sie ein legendäres Konzert, von dem auch am Freitagabend immer wieder die Rede war. 2010 löste sich die Band auf. Frontmann Carlos Leal startete eine Schauspielerkarriere, die Bandmitglieder bekamen Kinder und Sängerin Deborah ist mittlerweile sogar Grossmutter. An einer Geburtstagsparty stachelte sodann jemand Carlos Leal an, wieder aufzutreten. Der Sänger war zunächst skeptisch, doch ein Freund fragte bei Festivalveranstaltern an, deren Interesse riesig war. Die Band entschied sich für eine Comeback-Tournee. «Das war schon ziemlich hart», lachte Carlos Leal. «In unserem Alter eine Show zu starten, ist viel anstrengender als früher und wir mussten alle Texte wieder lernen.» Am Freitagabend merkte man den Musikern den Vorbereitungsstress aber nicht an. Im Gegenteil: Sie schienen locker, entspannt und es war sicherlich ein Vorteil, dass sie niemandem mehr etwas beweisen müssen. Der 56-jährige Frontmann liess sich sogar zu einem Breakdance-Solo auf der Bühne hinreissen, welches begeistert beklatscht wurde. Selbstverständlich spielte Sens Unik ihre Hits wie «C’est la vie», «Laisser toi aller» oder «Paquito». Im Publikum fanden sich viele Fans von früher und sogar der Schaffhauser Stadtpräsident. Der fröhliche und gemütliche HipHop der 90er Jahre brachte die Gäste zum Tanzen und die Hände schnellten in die Luft. Auf Kommando wurden sie von links nach rechts geschwenkt: A gauche, à droite erklang es aus hunderten von Kehlen. «ça va, Schaffhouse?», wollte die Band immer wieder wissen und Jubel-Wellen brandete ihnen entgegen, als wäre man an einem Strand im Sommer und würde die Hitze und das Meeresschauspiel im Liegestuhl mit einem Cocktail in der Hand geniessen. In einem Lied singt Carlos Leal, dass er der kleine Bruder von Don Quijote sei und gegen Windmühlen der Gegner kämpfe. In dieser Mission sieht sich der Sänger auch heute noch: Eine HipHop-Band muss seiner Meinung nach politisch sein. So forderte er während dem Konzert zu Applaus für alle Frauen auf der Welt auf. Auch wurden Videos eingespielt, bei welchen man zerstörte Häuser aus dem Gaza-Krieg sah. Sens Unik stellte sich politisch nicht auf eine bestimmte Seite, aber es wurde klar, dass Krieg, Leid und Ungerechtigkeit ganz klar ihr Feindbild waren. Die Musik und der Auftritt überzeugten: «Es war ein schönes Wiedersehen mit den Fans», freute sich auch Pascal Bührer von der Kammgarn.

Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 22. Dezemeber 2025. Von Luc Hardmeier.

Phenomden knackte den musikalischen Jackpot

Der Zürcher Reggae-Sänger Phenomden begeisterte am Freitagabend eine bis auf den letzten Platz ausverkaufte Kammgarn. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Michael Kessler/ SN

«Ich habe mich krass auf heute gefreut», sagte Besucher Lucas, der für der Künstler Phenomden extra von Luzern aus angereist war. Er war einer von knapp 800 Gästen in der restlos ausverkauften Kammgarn. Phenomden steht seit über 20 Jahren auf der Bühne und ist eine feste Grösse in der Schweizer Reggaeszene. Unzählige Male war er schon in Schaffhausen und hat in der Munotstadt eine grosse Fangemeinde. Kein Wunder also waren am Freitagabend viele bekannte Gesichter aus der halben Schaffhauser Kulturszene gekommen, um den 45-Jährigen anzufeuern. Als Phenomden die Bühne betrat, wurde er sodann auch gefeiert, als würde ein Fussballstar ein Heimspiel geben. Euphorische Zurufe und lauter Jubel erklang. Schon beim ersten Song von ihm und der Basler Band «The Scrucialists» wurde getanzt und mitgesungen. Der Bär steppt nicht nur, sondern er sprang in der Kammgarn einen Reggae-Salto nach dem anderen. Dennis Furrer, wie Phenomden mit bürgerlichem Namen heisst, war mit seinem neuen Album «Casino True Love” angereist. Er vergleicht in seinen neuen Songs die Suche nach der wahren Liebe mit dem Glücksspiel im Casino. Die traurige Geschichte dahinter ist, dass Phenomden mittlerweile alleinerziehender Vater ist und auf dem Album auch seine Trennung verarbeitet. Die Musik gibt ihm Kraft und am Freitagabend sah man ihm an, dass er mit seiner Casino-Tournee auch in Schaffhausen den musikalischen Jackpot geknackt hatte. Er feuerte einen Hit nach dem anderen in die Menge. «Schaffhausen, ich will eure verdammten Hände sehen», fluchte er mit breitem Grinsen durchs Mikrophon. Phenomden hat eine unglaubliche Energie und Leichtigkeit, die sehr ansteckend ist. Seine warmen jamaikanischen Klänge vertrieben die winterliche Kälte und liessen die Sonne von Kingston Town in den Herzen der Gäste strahlen. Egal ob «Dance im Olivenhain», «Eiland» oder «Franco Nero», das breite Zürcher «R» rollte dominant und vermischte sich mit den harmonischen Offbeat-Klängen zu einem Mix, als hätte Bob Marley ein Poesiealbum geschrieben und es nicht nur vertont, sondern auch gleich auf Schweizerdeutsch übersetzt. Nicht jedes Lied war ein Knaller. Ein paar neue Songs, die Phenomden mit der Kopfstimme sang, wirkten ein wenig schrill und ungewohnt. Doch die Vielzahl an Hits und Klassikern machte das mehr als nur wett. Die Besucherinnen und Besucher sangen so kräftig mit, dass Phenomden meinte: «Wahnsinn, ihr könnt das ja besser als ich!». Der Sänger genoss sichtlich den Auftritt. Er tanzte und feierte auf der Bühne und liess nach einer ultralauten Klatsch-Orgie sich nicht lange bitten, eine Zugabe zu geben. Nachdem im Kammgarn-Casino das Roulette-Rad zu Ende gedreht hatte, lud das Soundsystem «Real Rock» zu einer ausgiebigen Jamaika-Disco bis in die tiefe Nacht hinein.

Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier. Erschienen am Montag, 24. November 2025 in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“.

Nummer-eins-Hits in der Kammgarn

Am Freitagabend trat der Singer-Songwriter Milow in der Kammgarn auf. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Julius Hatt/ SN

Ganz alleine stand sie auf der Bühne. Florence Arman war der Voract von Milow und zog die hunderte von Gästen in der Kammgarn schnell in ihren Bann. Die warme Stimme der britisch-österreichischen Sängerin war stark und melodisch. Ihre Musik klang, als hätte man einen Regenbogen, ein Einhorn und jede Menge Zuckerwatte in einen Mixer gesteckt. Ihre Leichtigkeit, ihr Humor und ihre Melancholie zeigte sich beispielsweise im Song «Brand new Shoes». Die Schuhe standen stellvertretend für einen Neuanfang. Fest geschnürt und abmarschbereit für eine neue Beziehung oder die Flucht aus dem grauen Alltag. «Schaffhausen, Make Some Noise!», forderte wenig später der Hauptact Milow, als er die Bühne betrat. Der belgische Singer-Songwriter heisst eigentlich Jonathan Vandenbroeck und besuchte im Rahmen seiner «Boy Made Out Of Stars» – Tour die Munotstadt. Milow war von Anfang an sehr sympathisch und erzählte zwischen den Liedern immer wieder kleine Anekdoten. So beispielsweise, dass er vor acht Jahren das letzte Mal in Schaffhausen war und sein Gitarrist sich beim Spaziergang Richtung Rheinfall heillos verlaufen habe. Spätestens seit dem Hit «Ayo Technology» ist Milow ein Weltstar und spielt die Hitparade rauf und runter. Seine Musik ist gemütlich und harmonisch. Ein bisschen so, als würde ein Cowboy in den Sonnenuntergag reiten. Hinter ihm liegt vielleicht ein Banküberfall oder eine Schlägerei. Und nun ist er auf seiner Heimreise bereit, ein letztes Mal den Saloon in der Kammgarn zu rocken. Milow erzählte, dass Musik für ihn immer sehr wichtig gewesen sei. «Es ist einfach wunderschön und ich freue mich sehr, diese Emotionen mit euch zu teilen.» Die Besucherinnen und Besucher waren oft als Pärchen in der Kammgarn. Sie tanzten, sangen mit und schwenkten ihre Hände im Takt in der Luft. Milow sang beim Lied «Asap» eine Hymne über die Freundschaft. Die Hauptbotschaft bestand darin, dass man sich in schwierigen Zeiten immer auf die besten Menschen an seiner Seite verlassen kann. Ein wichtiger Teil seiner Lieder nahm auch die Beziehung zu seinem sehr früh verstorbenen Vater ein. Beim Song «Family Tree» spielte er die Stimme seines Vaters ein. Nach seinem Tod hatte er eine Aufnahme eines Liedes seines Vaters gefunden, welche er mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz so aufgearbeitet hat, dass er in der Kammgarn mit ihm im Duett singen konnte. Ein sehr bewegender Moment. Später trat er sodann aufs Gaspedal. Stücke wie «You Don’t Know» oder «Howling at the Moon» sorgten für Partystimmung in der Kammgarn. «Es ist Freitagabend, es gibt keine Entschuldigung, dass ihr nicht mit mir feiert», rief er fröhlich in die Menge. Der Abend endete mit einem grossen Feuerwerk, als er den Hit «Ayo Technology» spielte. Der Cowboy steckte zum Schluss zufrieden seinen Colt ins Halfter, sattelte das Pferd und ritt unter Applaus von der Kammgarnbühne direkt in den Sonnenuntergang.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 17. Nov. 2025.

Der Kuschelkönig sorgte für Tanzstimmung

Luca Hänni brachte am Freitagabend Humor und viel gemütliche Musik in die Kammgarn. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier. Foto: Michael Kessler.

„Ich freue mich auf einen wunderschönen Abend mit euch“, begrüsste Luca Hänni das Publikum am Freitagabend. Viele Familien mit Kindern, Gruppen von Teenagerinnen, Liebespaare und ein bunter Altersmix hatte sich im Kulturtempel an der Baumgartenstrasse eingefunden, um den quirligen Berner zu sehen, zu hören und zu erleben. Spätestens seit seinem Sieg 2012 in der Castingshow „Deutschland sucht den Superstart“ oder 2023 bei „The Masked Singer Deutschland“ kennt jeder Popmusikfan den 31-Jährigen. In der Munotstadt machte er Halt mit seiner neuen „Love Me Better“ – Tour und sorgte für viel Jubel und Energie in der Kammgarn. Die Gäste zückten die Handys, sangen mit und sprangen zu seinen Hits wie „She Got Me“ im Viervierteltakt. Ein Vater hatte sein kleines Mädchen mit pinken Ohrenschützern auf die Schulter genommen und tanzte mit ihr das ganze Konzert durch. Eine Gruppe von Teeanagerinnen johlte und kreischte immer wieder, bis Luca Hänni bei einem Song zu ihnen von der Bühne herabstieg und mit ihnen Salsa tanzte. Zwischendurch stimmte er die 90er-Jahre-Hits „Baby One More Time“ von Britney Spears oder „Everybody“ von den Backstreet Boys an, um die Besucherinnen und Besucher anzuheizen. Die Stimmung war gut, obwohl der Saal nicht proppenvoll war. „Heute sind wir eine kuschelige Runde“, scherzte Luca Hänni und wollte wissen: „Gibt es Leute, die zum 1. Mal an einem Luca Hänni – Konzert sind?“. Als sich einige meldeten, spielte er den überraschten und meinte: „Das ist, weil wir viel zu selten hier sind. Das müssen wir ändern.“ Luca Hänni baute immer wieder eine Prise Humor ein, wenn er sich an seine Fans wandte. So versuchte der Berner, das Schaffhauser „R“ zu imitieren oder holte zwei Mädchen auf die Bühne, welche wegen Halloween im Katzenkostüm gekommen waren. „Den nächsten Song widme ich den zwei süssesten Schaffhauser Katzen.“ Luca Hänni hatte auch viele ruhige und romantische Lieder in seinem Rucksack dabei. Der Kuschelkönig umgarnte das Publikum gekonnt, legte sanft eine warme Decke über die Kammgarn und liess es im musikalischen Kamin knistern. Bei einigen Songs installierte er sich mit Gitarre und Barhocker auf der Bühne. Später wechselten einige seiner vierköpfigen Band die Instrumente. Der Schlagzeuger ging ans Keyboard und der Keyboarder spielte mit dem Cello. Der ruhige Teil der Show dauerte vielleicht eine Spur zu lange, was auch Luca Hänni feststellte und meinte: „Nachher können wir dann schon wieder ein wenig tänzeln!“ Nachdem im ersten Teil seines Auftritts die englischen Lieder dominierten, wechselte er auf Hochdeutsch und trat wieder aufs Gaspedal. Die Fans liessen sich gerne mitreissen, feierte mit und schwangen nochmals ausgiebig das Tanzbein. Der Abend war keine Partyexplosion, aber eine energiegeladene Show mit viel Gefühl und Herzblut. Nach zwei Zugaben nahm sich Luca Hänni ausgiebig Zeit, um am Merchandising – Stand Autogramme zu geben und um Selfies mit seinen Fans zu machen. Er sorgte damit für viele glückliche Teenager-Gesichter. Unter ihnen zwei überglückliche kleine Kätzchen.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am 3. November 2025.

Eine Milliardärin auf Rachefeldzug

Dürrenmatts Klassiker «Besuch der alten Dame» zeigte am Dienstagabend nicht nur Abgründe einer Liebesbeziehung, sondern auch der Gesellschaft. Eine Theaterkritik von Luc Hardmeier.

Bild: Alfred Ill ahnt noch nicht, was kommen wird… (Foto: Selwyn Hoffmann, Bericht: Luc Hardmeier)

«Ich biete eine Milliarde dafür, wenn ihr den beliebtesten Mann des Städtchens tötet!» Die Forderung von Claire Zachanassian an die Bewohnerinnen und Bewohner des heruntergekommenen Ortes mit dem tristen Namen «Güllen» war klar und deutlich. Alfred Ill hatte sie in den Jugendjahren schwanger sitzen gelassen und vor Gericht Zeugen bestochen, um die Vaterschaft zu leugnen. Die Betrogene musste mit Schimpf und Schande Güllen verlassen, wurde zu einer Prostituierten und verlor ihr Kind. Nach 45 Jahren kehrte die alte Dame zurück. Mittlerweile als Milliardärin fordert sie grausame Gerechtigkeit für ihr erlittenes Unrecht.  Das Stück wurde 1956 uraufgeführt und in der damaligen Literaturepoche der Nachkriegszeit war die Schuldfrage ein zentrales Thema. Die Gäste im Stadttheater waren deshalb mit der Frage konfrontiert, wer eigentlich das Opfer in der Geschichte sei. Ist es Alfred Ill, auf den ein Kopfgeld für ein fieses, aber längst verjährtes Verbrechen ausgesetzt war oder ist es Claire Zachanassian, deren Leben und Psyche durch den Verrat ihres einstigen Geliebten für immer geschädigt wurden? Dürrenmatt hat das Stück als Gleichnis, eine sogenannte literarische Parabel konzipiert. Claire und Ill stehen für alle Europäer nach dem 2. Weltkrieg, die Opfer von Hitler wurden, aber teilweise auch als Mitläufer oder begeisterte Unterstützer mitmachten. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Wer ist Schuld, dass Hitler so weit gehen konnte? Das zerrüttete Güllen steht für das zerstörte Europa nach dem Krieg. Man will vergessen, man will konsumieren. Die Moral vieler Politiker und deren Umgang mit Geld ist für Dürrenmatt mit «Gülle» zu vergleichen. Das Münchner «Ensemble Persona» hat das Stück zusammen mit dem Stadttheater sehr klassische inszeniert. Fast 1:1 wurde die Buchhandlung wiedergegeben. Es gab keine Modernisierung wie etwa in der Verfilmung von 2008, als die alte Dame mit dem Helikopter anstatt mit dem Zug in Güllen ankommt. Ein Höhepunkt der Inszenierung war sicherlich die Gemeindeversammlung über die Verurteilung von Ill zum Tode. Plötzlich sassen die Schauspielerinnen und Schauspieler inmitten des Stadttheater-Publikums. Die Verurteilung wurde nur von ihren wenigen Händen gutgeheissen. Trotzdem sprach die Gemeindepräsidentin von einem einstimmigen Mehrheitsentscheid. Jeder konnte sehen, dass es falsch war. Die groteske Situation hätte Dürrenmatt als Fan des Verfremdungseffekts sicherlich gut gefallen. Denn sie zeigte gnadenlos auf, wie moralisch falsch die Güllener handeln. Die alte Dame will keine Gerechtigkeit, sie will gnadenlose Rache und Ills Tod. Die Schuldfrage, die Gerechtigkeit, Geld und Moral sind Themen, die angesichts der der heutigen Kriege und Krisen aktueller denn je sind. Die Inszenierung war mit zweieinhalb Stunden etwas lange ausgefallen, zeigte aber wunderbar die gesellschaftskritische Tiefe des Stückes auf.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Donnerstag, 25. September 2025.

Eine Überraschung jagte die nächste am Hausfest

Am traditionellen Hoffest der Kammgarn am Samstagabend war dieses Jahr alles anders. Es gab keinen Hof, keine Bands und jede Menge Spezialeffekte. Von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Gloria Müller/ Schaffhauser Nachrichten

«Grundsätzlich ist unser Hausfest aus der Not entstanden», erklärte Pascal Bührer von der Kammgarn. «Weil wir ja bekanntlich wegen der riesigen Baustelle vor dem Haus keinen Hof mehr haben, suchten wir nach Alternativen.» Die Idee mit einem Abend mit Livebands im Mosergarten wurde schnell verworfen, da der Aufwand für «nur» einen Abend enorm gewesen wäre. «Die Baustelle hat uns immer wieder zur Kreativität gezwungen», so Bührer. «Plötzlich hatten wir eine kleinere Terrasse oder keinen Platz mehr. Jetzt einfach den Kopf in den Sand zu stecken und dem «verlorenen» Hof nachzutrauern, ist nicht unsere Art.» Das Team besann sich darauf, dass ja mit der Kammgarn ein Haus mit diversen Räumen zur Verfügung steht. Und so kam der zündende Gedanke: «Wir machen ein Hausfest. Und zwar eines, bei welchem wirklich das ganze Haus involviert ist», erklärte Pascal Bührer. Auf fünf Floors spielten sodann 12 verschiedene DJs. In der Werkstatt von Hausi Naef war die Zäpfli-Bar eingerichtet, wo man inmitten seiner Werkzeuge, alten Fotos und viele Kabeln in bunten Kisten einen kühlen Gerstensaft geniessen konnte. In einem der Backstage-Räume fand sich ein Tattoo-Studio, das für bleibende Erinnerungen an den Anlass sorgte. Der Mainfloor in der Haupthalle mit dem Knight Rider – Soundsystem und den Floorfillers war nur über den Seiteneingang erreichbar. Die Haupttüre blieb zu. In der Kammgarnbeiz war ein Techno-Elektro-Floor installiert und auch die Terrasse wurde zur musikalischen Karibikbar umfunktioniert. Das Spezielle am Hausfest war, dass man die Kammgarn so entdecken konnte, wie man sie noch nie gesehen hatte. Neben vielen dekorierten Räumen jagte eine Überraschung die nächste. Plötzlich wurde in einem Nebenraum eine Karaokebar eröffnet, aus welcher schon bald aus einer Vielzahl von Kehlen «Yellow Submarine» von den Beatles und weitere Klassiker zu hören waren. Um Mitternacht wurde ein weiterer Hidden Floor im Getränkelager eröffnet, in welchem man zu Schlagermusik feiern konnte. Türen, die anfangs verschlossen waren, wurden plötzlich geöffnet und gaben ihre Geheimnisse preis. «Ich finde das echt spannend, wie ich die Kammgarn heute erlebe», meinte ein Gast, der schon seit Jahren das Ausgangslokal besucht. Das Hausfest war dieses Jahr eher ein Partyabend für ein jüngeres Publikum, anstatt wie früher ein Kulturabend mit Bands, Sitzgelegenheiten und Familienprogramm. Einige der Besucherinnen und Besucher vermissten die Foodstände für ein geselliges Abendessen und die vielen Livebands mit der einzigartigen Stimmung im Hof. Doch die erfrischenden Überraschungen am Hausfest entschädigten die meisten. Und alle anderen kann Pascal Bührer beruhigen: «Sobald wir wieder einen Hof haben, wollen wir natürlich dort wieder mit Bands und Co feiern.»

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 1. September 2025.

Hecht surfte inmitten der Menge auf der Partywelle

Am Samstagabend brachte die Luzerne Band Hecht den Herrenacker zum Kochen. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Melanie Duchene, SN.

Das Konzert begann gleich mit einer Partyexplosion. Ein riesiger weisser Vorhang hatte die Bühne verdeckt und wurde mit einem Knall fallengelassen. Dahinter feierten bereits die fünf Musiker von Hecht und sprangen begeistert im Takt den Gästen entgegen. Aus mehreren Kanonen wurden weisse Konfetti geschossen. So dass es auf dem Herrenacker für kurze Zeit zu schneien begann. Das Publikum war aufgeheizt von Nemo und liess sich nicht lange bitten. Es wurde mitgesungen und mitgesprungen. «Baby, lah di la gheie», sangen unzählige Kehlen auf dem rappelvollen Festival inmitten der wunderschönen Altstadt-Kulisse. Die Band wurde ursprünglich in Luzern um das Jahr 2000 gegründet und stand nach 2016, 2018 und 2022 nun das vierte Mal in Schaffhausen auf der Bühne. «Wir haben uns so gefreut auf euch und auf die Szenerie mit den beleuchteten Häusern», sagte Sänger Stefan Buck und fragte humorvoll: «Wir haben neue Songs, aber auch die alten Hits dabei. Habt ihr Zeit?» Es erklangen Partyknaller wie «Amigo», aber auch nachdenkliche Songs wie «Blau in Grau». Die fünf Musiker spielten sich nicht nur in die Herzen der Stars in Town – Besucherinnen und Besucher, sondern traten auch immer stärker aufs Party-Gaspedal. «Es ist ohne Scheiss eines von unseren Lieblingsfestivals», rief der Frontmann, bevor er auf ein Surfbrett stand und sich auf den Händen der Gäste durch die Menge tragen liess. Er sang und surfte inmitten des Publikums. Der Hexenkessel auf dem Herrenacker kannte kein Halten mehr. Die Musiker von Hecht begeisterten nicht nur mit tollen Songs und passenden Tanzeinlagen, sondern vor allem mit ihrer natürlichen Freude. Man spürte ihre Begeisterung und dass sie wirklich zu 100% Lust hatten, in der Munotstadt bis zur Geisterstunde durchzurocken. Speziell an Hecht ist auch, dass viele ihrer Lieder im Radio eher gemütlich rockig klingen, wenn sie live gespielt werden, aber ordentlich Power, Dynamik und eine Prise Rock’n’Roll beinhalten. «Mon Amour» oder «Auerbach» waren zwei Paradebeispiele dafür. Als wäre das noch nicht genug, hatte die Combo zusätzlich noch viele Überraschungen im Gepäck. Mal spielten sie im weissen Federnkostüm, mal dirigierte Stefan Buck einen Partykreisel inmitten des Herrenackers oder kniete mit allen in die Hocke und sprang gemeinsam beim Refrain in die Luft. Plötzlich spielte Hecht auf einer kleinen Bühne inmitten des Publikums. Die Gäste forderten Zugabe um Zugabe bis schlussendlich die zwei Megahits «Kawasaki» und «Charlotta» die Stimmungsrakete nochmals Vollgas ins Weltall beförderten. «Schaffhausen, wir merken, ihr wollt noch gar nicht heimgehen. Sehen wir uns bald wieder?», wollte Stefan Buck wissen und ein begeistertes «Jaaa!» stürmte ihm entgegen. Aus mehreren Kanonen wurden rote Blätter ins Herzform ins Publikum geschleudert und beim Abschlusssong sprangen riesige bunte Ballone durch die Luft. «Es war unvergesslich mit euch!», freute sich die Band und verabschiedete sich von einem durch und durch begeisterten Publikum.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 4. August 2025.