Hecht surfte inmitten der Menge auf der Partywelle

Am Samstagabend brachte die Luzerne Band Hecht den Herrenacker zum Kochen. Ein Konzertbericht von Luc Hardmeier.

Bericht: Luc Hardmeier, Foto: Melanie Duchene, SN.

Das Konzert begann gleich mit einer Partyexplosion. Ein riesiger weisser Vorhang hatte die Bühne verdeckt und wurde mit einem Knall fallengelassen. Dahinter feierten bereits die fünf Musiker von Hecht und sprangen begeistert im Takt den Gästen entgegen. Aus mehreren Kanonen wurden weisse Konfetti geschossen. So dass es auf dem Herrenacker für kurze Zeit zu schneien begann. Das Publikum war aufgeheizt von Nemo und liess sich nicht lange bitten. Es wurde mitgesungen und mitgesprungen. «Baby, lah di la gheie», sangen unzählige Kehlen auf dem rappelvollen Festival inmitten der wunderschönen Altstadt-Kulisse. Die Band wurde ursprünglich in Luzern um das Jahr 2000 gegründet und stand nach 2016, 2018 und 2022 nun das vierte Mal in Schaffhausen auf der Bühne. «Wir haben uns so gefreut auf euch und auf die Szenerie mit den beleuchteten Häusern», sagte Sänger Stefan Buck und fragte humorvoll: «Wir haben neue Songs, aber auch die alten Hits dabei. Habt ihr Zeit?» Es erklangen Partyknaller wie «Amigo», aber auch nachdenkliche Songs wie «Blau in Grau». Die fünf Musiker spielten sich nicht nur in die Herzen der Stars in Town – Besucherinnen und Besucher, sondern traten auch immer stärker aufs Party-Gaspedal. «Es ist ohne Scheiss eines von unseren Lieblingsfestivals», rief der Frontmann, bevor er auf ein Surfbrett stand und sich auf den Händen der Gäste durch die Menge tragen liess. Er sang und surfte inmitten des Publikums. Der Hexenkessel auf dem Herrenacker kannte kein Halten mehr. Die Musiker von Hecht begeisterten nicht nur mit tollen Songs und passenden Tanzeinlagen, sondern vor allem mit ihrer natürlichen Freude. Man spürte ihre Begeisterung und dass sie wirklich zu 100% Lust hatten, in der Munotstadt bis zur Geisterstunde durchzurocken. Speziell an Hecht ist auch, dass viele ihrer Lieder im Radio eher gemütlich rockig klingen, wenn sie live gespielt werden, aber ordentlich Power, Dynamik und eine Prise Rock’n’Roll beinhalten. «Mon Amour» oder «Auerbach» waren zwei Paradebeispiele dafür. Als wäre das noch nicht genug, hatte die Combo zusätzlich noch viele Überraschungen im Gepäck. Mal spielten sie im weissen Federnkostüm, mal dirigierte Stefan Buck einen Partykreisel inmitten des Herrenackers oder kniete mit allen in die Hocke und sprang gemeinsam beim Refrain in die Luft. Plötzlich spielte Hecht auf einer kleinen Bühne inmitten des Publikums. Die Gäste forderten Zugabe um Zugabe bis schlussendlich die zwei Megahits «Kawasaki» und «Charlotta» die Stimmungsrakete nochmals Vollgas ins Weltall beförderten. «Schaffhausen, wir merken, ihr wollt noch gar nicht heimgehen. Sehen wir uns bald wieder?», wollte Stefan Buck wissen und ein begeistertes «Jaaa!» stürmte ihm entgegen. Aus mehreren Kanonen wurden rote Blätter ins Herzform ins Publikum geschleudert und beim Abschlusssong sprangen riesige bunte Ballone durch die Luft. «Es war unvergesslich mit euch!», freute sich die Band und verabschiedete sich von einem durch und durch begeisterten Publikum.

Von Luc Hardmeier. Erschienen in der Zeitung „Schaffhauser Nachrichten“ am Montag, 4. August 2025.